Sehr geehrte Damen und Herren,
in unserer Jahrespressekonferenz im Dezember hatten wir angekündigt, dass wir angesichts des wirtschaftlichen Umfelds mit den gewohnt hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre für das Geschäftsjahr 2008/09 nicht aufwarten können. Was sich im Neugeschäft schon abgezeichnet hatte, setzt sich auch im Ergebnis fort. Insofern sind wir in Bezug auf unsere Planung und im Vergleich mit dem Vorjahr nicht ganz zufrieden. Im Vergleich zur Leasing-Branche hingegen blicken wir auf eine sehr zufriedenstellende Entwicklung der Deutschen Leasing im letzten Geschäftsjahr, zumal wir deutlich positive Zahlen vermelden können.
Die Deutsche Leasing hat außerordentlichen Belastungen aus dem stark rückläufigen Exportgeschäft der deutschen Wirtschaft, einer erheblich angespannten Insolvenzsituation und massiven Verwerfungen auf den Gebrauchtgütermärkten, insbesondere bei Pkws, zwar nicht vollständig ausweichen, sie dennoch recht gut managen können: Ausfälle und rückläufige Verwertungserlöse verhinderten, dass wir das neugeschäftsbezogene operative Ergebnis des Vorjahres erreichen konnten. In Anbetracht der äußerst schwierigen Rahmenbedingungen kann das operative Ergebnis dennoch als Erfolg gewertet werden.
Deutsche Leasing: Das Geschäftsjahr 2008/2009
Neugeschäft
Die Deutsche Leasing Gruppe verzeichnete ein Neugeschäft von 8,3 Milliarden Euro (8 Prozent unter Vorjahr). Damit konnten wir erheblich besser abschneiden als unsere Wettbewerber, die im gleichen Zeitraum im Branchendurchschnitt einen Einbruch um 29 Prozent hinnehmen mussten. Gemeinsam mit den Sparkassen wurde ein Neugeschäftsvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro (rund 40 Prozent unseres Volumens) akquiriert.
Im Inland erreichte das Neugeschäft der Deutschen Leasing ohne Immobilien-Leasing und Structured Finance ein Volumen von 5,2 Milliarden Euro (7 Prozent unter Vorjahr). Im Ausland lag das Neugeschäft bei 1,4 Milliarden Euro (11 Prozent unter Vorjahr).
Das Neugeschäft der Deutschen Anlagen-Leasing (DAL) bezogen auf unser Geschäftsjahr erreichte ein Volumen von 1,7 Milliarden Euro (9 Prozent unter Vorjahr). Damit konnte die DAL dank eines außerordentlich guten ersten Geschäftsquartals 2008/09 im Branchenvergleich sehr gut abschneiden: Die Wettbewerber verzeichneten ein Minus von 52 Prozent.
Jahresabschluss
Mit Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2009 gilt die Deutsche Leasing als Finanzdienstleistungsinstitut und hat ihren Jahresabschluss nach den handelsrechtlichen Vorschriften und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufzustellen.
Der Jahresüberschuss der Muttergesellschaft Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG wird in Höhe von 32,5 Millionen Euro erneut auf Vorjahresniveau ausgewiesen. Der Substanzwert, der Wert des Eigenkapitals nach Aufdeckung der „Stillen Reserven“, steigt auf 1.309 Millionen Euro (Vorjahr: 1.210 Millionen Euro), vor allem auch bedingt durch eine Kapitalerhöhung von 80 Millionen Euro. Das Wirtschaftliche Ergebnis lag bei 50 Millionen Euro (Vorjahr: 149 Millionen Euro). In diesem Jahresergebnis sind durch die Wirtschaftskrise induzierte Effekte von 98 Millionen Euro verarbeitet. Dazu gehören Mehrausfälle des Geschäftsjahres (40 Millionen Euro), Wertkorrekturen auf Objekte, die zum Zeitwert angesetzt werden (26 Millionen Euro), eine erhöhte Vorsorge für künftige Mehrausfälle (20 Millionen Euro) und Wechselkursverluste aus der Umrechnung der Substanzwerte unserer Tochtergesellschaften in Nicht-Euroländern zum Kurs am Bewertungsstichtag (12 Millionen Euro).
Dennoch halten wir unsere Ausschüttung an die Gesellschafter auf Vorjahresniveau (22,5 Millionen Euro). Dies entspricht einer Dividende von 11 Prozent bezogen auf das Nominalkapital bzw. einer Ausschüttungsrendite von 6 Prozent bezogen auf den Kaufpreis.
Das offen ausgewiesene Konzern-Eigenkapital liegt bei 390 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr hat die Deutsche Leasing planmäßig die zweite Tranche ihrer Kapitalerhöhung abgerufen. Gezeichnetes, noch nicht abgerufenes Eigenkapital in Höhe von 85 Millionen Euro ist noch vorhanden und als Eigenkapital-Erhöhung disponibel. Die Konzern-Bilanzsumme ist um 8 Prozent auf 14,99 Milliarden Euro (Vorjahr: 13,84 Milliarden Euro) gestiegen. Das verwaltete Vermögen der Deutschen Leasing Gruppe aus Leasing, Mietkauf und Bankgeschäft (Assets under Management) ist auf 33,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 30,7 Milliarden Euro) angewachsen.
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat der Deutschen Leasing eine geordnete Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bestätigt und die Jahresabschlüsse des Konzerns und seiner Einzelgesellschaften mit uneingeschränkten Testaten versehen.
Ertragslage und Risikosituation
Die Leasing-Erträge haben sich gegenüber dem Vorjahr um 561 Millionen Euro auf 5,7 Milliarden Euro erhöht. Die Preisqualitäten des akquirierten Neugeschäfts (Deckungsbeiträge in Prozent vom Anschaffungswert) liegen deutlich über Plan- und Vorjahresniveau. Dadurch konnten die volumensbedingten Lücken in den Deckungsbeiträgen kompensiert werden.
Die Unternehmenskosten haben sich dank einer restriktiven Kostenpolitik deutlich unterhalb des Wachstums der operativen Erträge entwickelt, obgleich die Deutsche Leasing erhebliche strategische Investitionen in Märkte, Produkte, Prozesse und Systeme vorgenommen hat.
Die Gesamt-Risikosteuerung der Deutschen Leasing ist grundsätzlich mit der im klassischen Finanzierungssektor vergleichbar und nutzt einheitliche Systematiken, Vorgehensweisen und Modelle der Sparkassen-Finanzgruppe. Änderungen im Kreditwesengesetz haben dazu geführt, dass Leasing-Gesellschaften nunmehr die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) erfüllen müssen. Wenngleich die Deutsche Leasing bereits seit zehn Jahren ihre Risikosteuerung an diesen Regelungen ausgerichtet hat, werden zur vollständigen Umsetzung weitere organisatorische und technische Voraussetzungen geschaffen.
Durch ihre Position als wirtschaftlicher Eigentümer des Leasing-Objekts ergeben sich für eine Leasing-Gesellschaft Chancen auf zusätzliche Erträge bei der Objektverwertung. Dies eröffnet gleichzeitig ein Risikofeld, weshalb die Deutsche Leasing ihre Asset-Kompetenz stärker ausgeprägt hat als Kreditinstitute. Durch ein gutes Asset-Management können wir Asset-Risiken aus Verträgen mit offenen Restwerten weitgehend minimieren.
Schon seit 2005 hat die Deutsche Leasing die Restwerte bei Fahrzeugen regelmäßig und konsequent gesenkt; unsere Restwerte liegen deutlich unter den Eurotax-Schwacke-Angaben. Außerdem haben wir Restwertrisiken auf solvente Drittgaranten auch unter Verzicht auf Einkaufsvorteile übertragen und auf einen hohen Anteil von Premiummarken im Vertragsbestand geachtet. Als herstellerunabhängiger Anbieter können wir die spätere Verwertung wesentlich beeinflussen, indem wir unsere Fabrikate und Modelle diversifizieren.
Die Wirtschaftskrise hat sich in gestiegenen Insolvenzzahlen in einer nicht gekannten Intensität niedergeschlagen. Da wir unser Kundenportfolio in den einzelnen Branchen breit gestreut haben und keine Konzentration auf einzelne Wirtschaftszweige festzustellen ist, haben wir unser Adress-Risiko begrenzen können. Dennoch liegen die Ist-Ausfälle erstmals seit vielen Jahren über den kalkulierten Ausfällen (um 39,8 Millionen Euro).
Die Treasury-Aktivitäten der Deutschen Leasing sind konservativ ausgerichtet und verfolgen ausschließlich unterstützende Funktionen, indem sie das weitere Wachstum der Unternehmensgruppe durch ausreichende Liquidität gewährleisten. Daher betreibt die Deutsche Leasing keinen Eigenhandel mit Geld- und Kapitalmarktprodukten.
Bei unverändert konservativen Bewertungsmaßstäben hat die Deutsche Leasing für alle erkennbaren Risiken im Konzernabschluss angemessen Vorsorge getroffen.
Finanz- und Vermögenslage
Der Bestand der Fremdfinanzierungsmittel der in- und ausländischen Gesellschaften (ohne DAL) stieg gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent. Trotz der schwierigen Marktbedingungen konnte der Finanzierungsbedarf laufzeitkongruent mit langfristigen Finanzierungsmitteln gedeckt werden. Maßnahmen dafür waren eine weiter intensivierte Zusammenarbeit mit den Sparkassen und die Realisierung strukturierter Finanzierungen, so unter anderem die erstmalige Emission von Schuldscheindarlehen und die Wiederaufnahme der ABCP-Finanzierung. Bezogen auf die Finanzierungspartner verteilt sich das Finanzierungsvolumen wie folgt:
Unsere enge Einbindung in die Sparkassen-Finanzgruppe verdeutlicht deren Anteil von fast 90 Prozent am Finanzierungsvolumen.
Die Vermögenslage wird nach wie vor geprägt durch das Leasing-Vermögen als wesentlichem Bestandteil der Konzernbilanzsumme. Der bilanzielle Bestand des Leasing-Vermögens zu Anschaffungswerten erhöhte sich um 6 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 14,2 Milliarden Euro). Das Leasing-Vermögen zu Restbuchwerten innerhalb der Konzernbilanz teilte sich am 30.9.2009 in folgende Asset-Kategorien auf:
Mitarbeiter und soziales Engagement
Zur Deutschen Leasing Gruppe zählten am Bilanzstichtag 2.072 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die durchschnittliche Firmenzugehörigkeit im Inland liegt bei fast zehn Jahren. Als Ausdruck der starken Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen werten wir eine Fluktuationsrate von nur 1,5 Prozent. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage investiert die Deutsche Leasing auch weiterhin in Aus- und Fortbildung und beschäftigt 42 Auszubildende, BA-Studenten sowie Trainees und Praktikanten. Zudem bieten wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kontinuierliche Qualifikations- und Schulungsmaßnahmen sowohl im fachlich-methodischen Bereich als auch deutlich zunehmend auf den Gebieten Sozialkompetenz und Persönlichkeitsentwicklung.
Als Teil der Sparkassen-Finanzgruppe ist sich die Deutsche Leasing auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und nimmt diese mit einem breiten, auf Kontinuität ausgerichteten Engagement in Sozialem, Sport, Wissenschaft, Kunst und Kultur wahr. Unsere Unterstützung gilt beispielsweise der Kinderhilfestiftung e. V., der Hilfsorganisation „Jugend Dritte Welt“, der Deutschen Sporthilfe und auch dem Forschungsinstitut für Leasing an der Universität zu Köln sowie dem Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes. Kulturell engagieren wir uns seit Jahren unter anderem beim Rheingau Musik Festival, dem Arpmuseum Bahnhof Rolandseck, bei den Brühler Schlosskonzerten oder der Bad Homburger Skulpturenausstellung „Blickachsen“.
Deutsche Leasing Gruppe: Entwicklung der DAL
Die Deutsche Anlagen-Leasing (DAL) hat sich in einem sehr schwierigen Marktumfeld im Vergleich zum Wettbewerb sehr gut behauptet. Der wirtschaftliche Abschwung hat die Leasing-Wirtschaft als typische Frühindikator-Branche voll getroffen; die rückläufigen Investitionen haben besonders das Big-Ticket-Geschäft und Immobilien-Leasing tangiert.
Nachdem die DAL im Geschäftsjahr der Deutsche Leasing Gruppe (1. Oktober 2008 30. September 2009) noch sehr gut lag, fiel sie im Kalenderjahr 2009 (dem Geschäftsjahr der DAL) auf ein Neugeschäftsvolumen von 1,25 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,9 Milliarden Euro) deutlich zurück. Dieser Rückgang ist vor allem auf den Verkauf unserer Beteiligung an der Amentum (Flugzeugfinanzierungen) zurückzuführen, aus der im Jahr 2008 allein mehr als 500 Millionen Euro Neugeschäft resultierten. Insofern haben wir in etwa das Neugeschäft ohne Amentum auf dem Vorjahresniveau erreicht.
Umso größere Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit den Sparkassen erlangt. Obgleich das Vermittlungsvolumen der Sparkassen an die DAL rund 14 Prozent unter dem Vorjahr lag, erhalten wir zunehmend mehr Großgeschäfte und werden nicht nur als Anbieter von Immobilien-Leasing, sondern auch von Großmobilien-Projekten und Strukturierten Finanzierungen wahrgenommen.
Im Vergleich zu den Marktzahlen hat die DAL im letzten Jahr sehr gut abgeschnitten und hält im Immobilien-Leasing weiterhin einen Markanteil von mehr als 50 Prozent. Die Struktur des Neugeschäfts im Immobilien-Leasing war dadurch gekennzeichnet, dass wir einige Großgeschäfte mit Sparkassen und Sparkassenkonsortien als Finanzierungspartner verbuchen konnten, aber relativ wenige Transaktionen unter 10 Millionen Euro abgeschlossen haben.
Neben unseren bestehenden Ländergesellschaften in Skandinavien und Polen sind wir mittlerweile zusätzlich in Rumänien aktiv. Obgleich das Osteuropa-Geschäft derzeit kein einfaches ist, haben wir schon einige sehr interessante Transaktionen geprüft und umgesetzt. Unser Auslandsangebot erweitern wir in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen DL-Auslandstöchtern um Immobilien-Leasing und wollen damit die Leistungsfähigkeit der Sparkassen in der Begleitung deutscher Unternehmen bei ihrer Expansion ins Ausland stärken. Die Kunden werden bei dem Schritt über die Grenze von ihrer Sparkasse unterstützt, die Sparkasse wiederum profitiert von der Erfahrung und Transaktionssicherheit der DAL.
Für die Sparkassen bieten wir weitergehende Dienstleistungen hinsichtlich ihres eigenen Immobilien-Portfolios an. Im Rahmen der gemeinsamen Strategieerarbeitung können wir Sparkassen aufgrund langjähriger Erfahrung wertvolle Hinweise geben und sie bei der Umsetzung unterstützen.
Neben dem Immobiliengeschäft hat die Deutsche Leasing das Segment „Structured Finance“, das Big-Ticket-Geschäft, in der DAL konzentriert und ausgebaut. Dies umfasst die definierten Spezialsektoren Infrastruktur und Energie ebenso wie Investitionslösungen für Schiffe, Eisenbahnen, Flugzeuge, Kraftwerke und andere Großmobilien. In diesen Segmenten verfügt die DAL über besonderes Asset-Know-how. Auch Spezialkonzepte für Umlaufvermögen sowie unsere strukturierten Produkte für immaterielle Wirtschaftsgüter (Markenrechte, Patente etc.) gehören in dieses Segment.
Wie bereits der Presse zu entnehmen war, beabsichtigt die HSH Nordbank im Zuge ihrer Restrukturierungsmaßnahmen einzelne Geschäftsfelder aufzugeben, und auch das Beteiligungsportfolio der Bank deutlich zu straffen. In diesem Zusammenhang spricht die Deutsche Leasing mit der HSH über eine Anteilsübernahme und rechnet in diesem Jahr mit einem Abschluss.
Die Ertragsqualität unseres Neugeschäfts hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erfreulich entwickelt, wenngleich die Erträge den Neugeschäftsrückgang nicht vollständig kompensieren konnten. Die Ertragssituation der DAL Bautec kann insbesondere im Umfeld der derzeitigen Bauwirtschaft als Erfolg gewertet werden.
Nach gegenwärtigem Sachstand wird die DAL für das Geschäftsjahr 2009 einen Jahresüberschuss in Höhe von rund 25 Millionen Euro (Vorjahr: 14 Millionen Euro) ausweisen können. Dieses Ergebnis wird zum einen von einer schlanken und effizienten Aufstellung mit einer entsprechend stabilen Kostenbasis getragen, zum anderen von außerordentlichen Bucheffekten. Die Assets under Management der DAL haben sich zum Jahresende 2009 auf rund 12 Milliarden Euro (Vorjahr: 13 Milliarden Euro) reduziert. Der gesunkene Vertragsbestand resultiert aus dem Verkauf der Amentum.
Unser Geschäftsmodell mit der Fokussierung einerseits auf den Mittelstand und die Sparkassen und andererseits auf das Big-Ticket-Geschäft und Strukturierte Finanzierungen ist erfolgreich. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sehen wir uns deshalb im Wettbewerbsvergleich in einer guten Position. Diese wollen wir 2010 weiter ausbauen.
Deutsche Leasing Gruppe: Geschäftsjahr 2009/10
Neugeschäftsentwicklung
Das erste Geschäftshalbjahr der Deutschen Leasing Gruppe ist geprägt von einem außergewöhnlich schwierigen Umfeld, das durch Investitionszurückhaltung gekennzeichnet ist. Diese Fakten werden sich im Ergebnis niederschlagen. Die Nachwirkungen der globalen Finanzkrise und des damit verbundenen konjunkturellen Einbruchs zeigen für die Branche deutliche Auswirkungen. Wir erwarten, dass die Investitionsneigung angesichts des geringen Nutzungsgrades der Kapazitäten in der deutschen Wirtschaft frühestens ab dem zweiten Quartal 2010 eine etwas stärkere Dynamik entfalten und sich positiv auf das laufende Geschäftsjahr auswirken wird. Für das erste Geschäftshalbjahr (Oktober 2009 März 2010) rechnen wir für die Deutsche Leasing Gruppe mit einem Neugeschäft, das rund 15 Prozent unter dem Vorjahr liegt, welches im ersten Geschäftsquartal jedoch noch von den Auswirkungen der Konjunkturkrise weitgehend verschont geblieben war. Die globale Rezession in Verbindung mit einer risikoorientierten Geschäftsausrichtung verhindern derzeit höhere Neugeschäftsvolumina, aber nicht, weil wir finanziell nicht wollen, sondern weil die Nachfrage fehlt. Die positive Preisentwicklung kann die Effekte aus fehlenden Neugeschäftsvolumina zum Teil kompensieren. Die Ausfälle liegen weiter über den Standardrisikokosten, weil der konjunkturelle Einbruch die Zahl der Insolvenzen deutlich erhöht hat. Diese Entwicklung war vorhersehbar, und wir haben sie bereits in der Ergebnisplanung für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt. Die Deutsche Leasing Gruppe muss sich den Herausforderungen eines zunächst noch verhaltenen Investitionsklimas stellen. Im Vordergrund stehen hierbei insbesondere eine stringente Kostendisziplin und eine restriktive Personal- sowie Einstellungspolitik. Unsere Liquiditätssituation ist gut. Dies basiert in wesentlichen Teilen auf der hervorragenden Einbindung in die Sparkassen-Finanzgruppe. Insofern ist unsere Situation im Vergleich zu Wettbewerbern deutlich besser. Die Deutsche Leasing wird alles daran setzen, ihre Stärken, ihre Marktgröße, ihre Kompetenz, ihre internationale Ausrichtung und ihre guten Kontakte zu den Sparkassen auch weiterhin im Sinne ihrer Kunden und Partner einzusetzen.
Aktuelles wirtschaftliches Umfeld
Für 2010 rechnen Experten wieder mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland um 1,7 Prozent. Dieser Wert liegt über dem europäischen Durchschnitt von +1,0 Prozent. Grund für diese Zunahme ist vor allem die relativ günstige Entwicklung bei den Auftragseingängen in der deutschen Industrie und der damit verbundene leichte Anstieg bei den Exporten. Dennoch reicht die Wirtschaft noch längst nicht an Vorkrisenzeiten heran. Produktionseinbußen in der Industrie sowie sinkende Konsumausgaben zeigen, dass der Anstieg der Wirtschaftsaktivität in Deutschland insgesamt nur flach verlaufen wird. Das Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland hat sich im Februar etwas eingetrübt. Durch die negative Entwicklung im Einzelhandel ist der ifo-Geschäftsklimaindex zum ersten Mal seit zehn Monaten nicht gestiegen. Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten zeigt sich dagegen erneut Zuversicht; vom Exportgeschäft werden deutlichere Impulse erwartet. Trotz einiger Unsicherheiten wollen wir daher vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. Als eindeutig positives Signal aus der Politik sehen wir die Nachbesserung des § 19 Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung (GewStDV). Schon im Dezember haben wir in unserer Jahrespressekonferenz von positiven Anzeichen aus der neuen Koalition berichtet. Unseren Anliegen wurde jetzt Rechnung getragen. Anfang März hat der Bundestag einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die praxisfremde Ausschließlichkeitsvoraussetzung gestrichen hat und durch eine „Soweit-Regelung“ ersetzen wird. Danach soll die Gewerbesteuererleichterung für Leasing-Unternehmen bereits dann gewährt werden, wenn die Umsätze zu mindestens 50 Prozent auf Finanzierungs-Leasing entfallen. Unter dieser Voraussetzung, die wir ohne weiteres erfüllen können, werden Finanzierungsaufwendungen (im Wesentlichen Kreditzinsen und Forfaitierungsdiskont) von der Hinzurechnung ausgenommen, soweit sie unmittelbar auf Finanzierungs-Leasing entfallen.
Stärkung Konsumentenfinanzierung
Die Marktanteile der Sparkassen im Konsumentenkreditgeschäft sind seit Jahren rückläufig. Spezialbanken wie Kredit- und Autobanken konnten ihre Marktposition erheblich ausweiten. Sie nutzen ihre Konsumentenkredite als Einstiegsprodukte, um mit weiteren Produktlösungen wie zum Beispiel in der Wohnbaufinanzierung oder in der privaten Altersvorsorge im Privat-kundengeschäft stärker Fuß zu fassen. Diese Strategie gefährdet die Marktstellung der Sparkassen.
Um der Konkurrenz in diesem Bestreben etwas entgegenzusetzen, hat die Deutsche Leasing 2004 den Sparkassen-Auto-Kredit als erstes asset-basiertes Verbundprodukt im Konsumentenkreditgeschäft umgesetzt. Seit 2006 wird dieses Produkt im Vertriebsweg Autohandel durch unseren Re-tail-Autokredit ergänzt. Nunmehr hat die Deutsche Leasing die Initiative zur Bündelung der Kräfte in der Auto- und Konsumentenfinanzierung in der Sparkassen-Finanzgruppe ergriffen. Hierdurch sollen Sparkassen mit einer ganzheitlichen und schlagkräftigen Lösung in die Lage versetzt wer-den, ihre Marktposition in diesem Segment entscheidend zu verbessern.
Die Deutsche Leasing AG (DL), die Landesbank Berlin AG (LBB) und die readybank AG haben Gespräche aufgenommen mit dem Ziel der Zusam-menführung ihrer Aktivitäten in der Auto- und Konsumentenfinanzierung. Die Vorstände der DL und der LBB haben bereits Eckpunkte für eine künf-tige Zusammenarbeit beider Gesellschaften gemeinsam erarbeitet. Beide Unternehmen halten es für möglich und wünschenswert, dass auch die Aktivitäten der readybank in das gemeinsame Vorhaben integriert werden.
Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichts-gremien der Häuser. Über das Ergebnis werden die beteiligten Gesellschaf-ten zeitnah informieren.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) begrüßt diese Initiative der Deutschen Leasing und die Zusammenarbeit mit der LBB und die sich daraus ergebenden Perspektiven. Der DSGV wird zu dieser Entwicklung und der damit einhergehenden Bündelung der Kräfte im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz am 17. März Stellung nehmen.
Fazit und Ausblick
Start ins Geschäftsjahr 2010/11 mit neuer Unternehmensfarbe
Die Sparkassen sind gut für Deutschland, und die Deutsche Leasing ist gut für die Sparkassen. Die Deutsche Leasing Gruppe gehört seit nunmehr zehn Jahren zu 100 Prozent den Sparkassen. Rund 95 Prozent aller deutschen Sparkassen sind seit der letzten Kapitalerhöhung Gesellschafter der Deutschen Leasing. Während dieser Zeit hat die Deutsche Leasing konsequent an ihrem Unternehmensprofil und an ihrer Marktausrichtung gearbeitet: Das Leasing-Unternehmen ist herstellerunabhängiger Marktführer in Deutschland, bundesweites Kompetenzcenter Leasing der Sparkassen-Finanzgruppe und deckt neben seinem ursprünglichen Geschäft, dem Mobilien-Leasing, inzwischen auch Immobilien-Leasing, Strukturierte Finanzierungen und Lösungen für Marken, Lizenzen und Patente ab. Insgesamt werden 40 Prozent des Neugeschäfts gemeinsam mit den Sparkassen realisiert. Im europäischen Wettbewerb hat sich die Deutsche Leasing unter die „big five“ eingereiht und ist weltweit in 22 Ländern präsent.
Die Sparkassen nutzen das komplette Produkt- und Dienstleistungsangebot der Deutschen Leasing und runden damit ihr Angebot für Gewerbe- und Firmenkunden mittels Leasing und Asset-Finanzierung ab. Die Erfolgsformel der Zusammenarbeit liegt in der Kundennähe der Sparkassen und der Produkt- und Objektkompetenz der Deutschen Leasing.
Zudem sind Sparkassen und Deutsche Leasing durch gleiche Interessen verbunden: Sparkassen übernehmen Verantwortung für nachhaltiges Wachstum im deutschen Mittelstand. Diese Geschäftsphilosophie und die gleiche Kundengruppe, der deutsche Mittelstand, eint Sparkassen und Deutsche Leasing, was in einen gemeinsamen Marktauftritt mündet.
Daher wird die Deutsche Leasing zum Beginn des nächsten Geschäftsjahres (Oktober 2010) ihre Unternehmensfarbe dem Rot der Sparkassen angleichen und sich damit noch stärker zur Sparkassen-Finanzgruppe bekennen. Wenn Sie so wollen, werden wir unsere Zugehörigkeit zur gleichen Mannschaft betonen, indem wir auch das gleiche Trikot wie die Sparkassen tragen, um uns gemeinsam für den deutschen Mittelstand stark zu machen. Das heißt aber nicht, dass wir unseren eigenständigen Vertrieb aufgeben und künftig nur verlängerter Arm der Sparkassen sein wollen. Unser Direktgeschäft und das Geschäft mit Vendorpartnern sollen ebenso gestärkt werden. Insofern werden wir zwar äußerlich einen anderen Anzug tragen, aber die inneren Werte, auf die es bekanntlich ankommt, bleiben weiterhin die gleichen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!












